Archiv und Quellenarbeit

Weiter zurückreichende Befunde sind zum Teil nur über Schrift- und Bildarchivalien zu interpretieren. Naturalistische Bilddarstellungen aus dieser Zeit bestätigen die Befunde, z.B. dieser bürgerlich ausgestattete Wohnraum des 15.Jh. mit einem für die Zeit typischen Fensterverschluß, Oberlichter fest verglast mit Rautenscheiben und Motivbildern, Verschluß der unteren Öffnung mit Brettläden und zusätzlichen Holzgittern oder mit Bezug auf das Gemälde „Bezahlung“ 1532 von Lukas Granach d.Ä. zeigt einen zeittypischen Fensterverschluß, der durch die wenigen in situ noch vorhandenen Fensterverschlüsse aus dieser Zeit identisch ist. Auch durch archivlische Studien werden Erkenntnisse und Befundsituationen konkretisiert. War man bis vor einiger Zeit noch der Meinung, dass das Doppel-oder Winterfenster erst seit um 1900 gibt, belegen Schriftquellen, dass 1837 in Wien das Verdoppeln der Fenster durch Vorfenster amtlich vorgeschrieben wurde, dass 1730 der Barockbaumeister Baltasar Neumann bei seinem Bauherrn dem Fürstbischof von Würzburg anfragte „ob nicht vor diesem Winter wie auch zu Bamberg geschehen in den Wohnzimmern Doppel-oder Winterfenster eingebaut werden sollen“, gibt es im Rottweiler Archiv die derzeit älteste Archivalie zu diesem Thema wo 1790 Arbeiter mit einem Essen belohnt wurden, dass sie die Vorfenster im alten Rathaus einsetzten.

 
 
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