Auszeichnung für Beispielhaftes Bauen 2007

Umbau der ehemaligen Werkskantine
der Rottweiler Pulverfabrik zur Verwaltung der Holzmanufaktur Rottweil GmbH
Gewerbepark Neckartal 161
78628 Rottweil
Architekt:
Architekturbüro Dipl.-Ing. B. Liebmann für das Bauen im Bestand und den Neubau  Bauherr:
Grundstücksverwaltung Neckartal 159 GbR

 

Begründung der Jury:
Das Verwaltungsgebäude ist ein gelungenes Beispiel für die konstruktive Verbindung von Denkmalpflege und moderner Architektur. Das Innere der ehemaligen Werkskantine wurde in funktionaler Weise unter Verwendung von Stahl- und Glaselementen für Bürozwecke umgebaut. Die Qualität der Ausführung überzeugt sowohl in technischer als auch ästhetischer Hinsicht. Die Transparenz der Betriebsorganisation findet sinnfälligen Ausdruck in der Transparenz der Innenarchitektur.

Objektbeschreibung:
Das mehrfach erweiterte und umgebaute Gebäude repräsentiert Epochen der Baugeschichte vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum heutigen Tag. So wurde ein Weg zwischen Geschichte und Gegenwart beschritten. Offen und transparent, in visueller Verbindung stehend und doch nach Bedarf trennend unterstützt der Verwaltungsbereich die Betriebsphilosophie zur Einzel- und Gruppenarbeit ohne autarke oder gar abgehobene Betriebsführung. Kommunikation zwischen Verwaltung und Werkstätten ist in direkter Form möglich. Die Anbindung der Stahlkonstruktion an das Mauerwerk wird auf das notwendigste reduziert aus Achtung und Respekt vor dem Bestand. Treppe und Stegverbindungen sind aus Stahlprofilen und leichten Lochblechen hergestellt. Eine Dachverglasung belichtet die Verwaltungsebene.

Die bauliche Gestik des Verbindens der seitlich angelagerten Baukörper an die ehemalige Kantinenhalle bleibt erhalten; die massiven Windfankonstruktionen werden jedoch durch transparente Glaskonstruktionen ersetzt.

Licht und Energie

Eine Büronutzung erfordert ein hohes Maß an gleichmäßiger Belichtungsqualität. Natürlicher Lichteinfall im Bereich der Arbeitsplätze blendfrei und Kunstlicht im Bereich der entstandenen Schattenzonen, ist maßgebend für eine angenehme Arbeitsplatzatmosphäre. Insbesondere auch deswegen, das der im Tagesverlauf sich ändernde natürliche Lichtcharakter eine wahrnehmbare Dimension erfährt.

Heizungsanlage

Die Heizleistung wird über eine erdgasbetriebene Brennwert-Wandtherme realisiert. Die Therme arbeitet mit einem geregelten und einem ungeregelten Heizkreis. Eine hydraulische Weiche als Systemtrennung für den Fußbodenheizkreis und den Heizkörperkreis ist eingebaut. Die Regelung mit Vorlauffühler und Drossel-/Zonenventil ermöglicht eine präzise Steuerung und Regelung der Anlage. Die Vorlauftemperatur der FB-Heizung liegt im Bereich 30 bis 32°C, die der Heizkörper bei 45°C.

Heizwärmeverteilung

Die Nutzungen sind an unterschiedliche Anforderungen gebunden, zum einen in großräumlicher Situation und zum anderen in geschlossenen Büroeinheiten. Das heißt Temperaturzonen mit unterschiedlichen Anforderungen in einer Gesamtnutzungseinheit ist gegeben. Arbeitsplätze in geschlossenen Büroeinheiten werden nach Bedarf schnellstmöglich durch temporäre Nutzung bestimmt durch Heizkörper mit Wärme versorgt. Arbeitsplätze in großräumlicher Situation (Galerie) werden über eine fortlaufende Fußbodenheizung versorgt. Es entstehen Klimazonen mit 21°C (Arbeitsplatz) und Klimazonen mit geringeren Temperaturwerten (Ausstellung), geregelt nach Heizkreisen.

Energiekennwerte

Für die neu genutzte Raumsituation sind bei einer gleichmäßigen Temperaturanforderung von 21°C ein Heizwärmebedarf von 90 W/qm Nutzfläche an Wärmeenergie berechnet. Durch die gezielte Verteilung der Wärmemenge nach Bedarf und Nutzung und somit auch der dazu sinnfälligen Steuerung konnte die Wärmeleistung unter 70 W/qm gesenkt werden.

Realisierung / Baubudget

Unter der Maßgabe einer Kostendimension von insgesamt 300 T Euro nicht zu überschreiten, konnte im 1. Bauabschnitt der beschriebene Umbau der Nutzungseinheiten Verwaltung, Magazin und Personaltoiletten realisiert werden. Der Umbau der massiven Windfangkonstruktionen, sowie weitere Umbau- bzw. Modernisierungsmaßnahmen sind im Zuge eines 2. Bauabschnittes definiert.

Internetauftritt der Architektenkammer Baden-Württemberg »»»

 
 
UNTERNEHMEN
ARBEITSFELDER
Auszeichnungen
Liste
Politiker in der Holzmanufaktur
Presseberichte
Restaurierungen
REFERENZEN
ÖFFENTLICH- KEITSARBEIT
KONTAKT
STARTSEITE AKTUELLES IMPRESSUM SITEMAP