Esslingen, Kölle-Villa (Text:Landesamt für Denkmalpflege)

Wohnhaus mit Werkstatt

  

Das villenähnliche, reich gegliederte, dreigeschossige Wohnhaus wurde im Jahre 1912 erbaut und verdeutlicht gewichtige künstlerische Erscheinungsformen Esslinger Architekten um 1920. Die Reduktion  der Ornamentierung auf schmale Pilasterbänder verdeutlicht die Abkehr vom sogenannten süddeutschen Jugendstil. Die Eingangsfassade mit dem polygonalen Standerker, dem Balkon und dem Dreiecksgiebel des Dachhäuschens zeigt die für diesen Zeitstil charakteristische Wiederaufnahme von Detailformen des 17. Jahrhunderts – wie dies auch die bereits erwähnten Pilaster verdeutlichen. Somit stellt dieses Haus ein wichtiges, weil anschauliches Dokument neuer künstlerischer Tendenz der Architektur um 1910 dar. Hieraus ergibt sich das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Gebäudes aus künstlerischen und wissenschaftlichen Gründen.

Zeitgleich mit dem villenähnlichen Wohnhaus entstand rückwärtig ein eingeschossiger Werkstattanbau, der mit dem Erdgeschoss des Hauptbaus funktional verbunden wurde; hier befanden sich neben zwei Wohnräumen u. a. der Packraum, das Büro und der Arbeitsraum des Graveurs. Der noch heute ablesbare Zusammmenhang von Wohnen und Arbeiten stellt eine zusätzliche Facette des Denkmalwerts dar.
Die Werkstatterweiterungen in mehreren Bauabschnitten sind nicht Bestandteil des Kulturdenkmals.

 
 
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