Rottweil, ehemaliges Kapuzinerkloster:

Gutachten der Holzmanufaktur Rottweil »»»

Beginn des Klosterbaus war das Jahr 1653, Grundsteinlegung durch den Abt Georg Gaisser aus dem Benediktinerkloster St. Georgen in Villingen. Die Kirche wurde 1655 geweiht. 1805 wurde das Kloster auf Befehl des Kurfürsten aufgehoben. Das Gebäude stand darauf hin jahrelang leer. 1813 erwirbt der Rottweiler Zimmerermeister das Gebäude und nutzt dieses als Wohnung und zu gewerblichen Zwecken. 1821 entsteht ein Anbau auf der Nordwestseite des Gebäudes.

   

Darauf hin folgt eine Nutzung des Klosters als Bierbrauerei und als Wirtshaus „Zur Sonne“. 1877 wird eine Schlosserwerkstatt eingerichtet. Viktor Wenger beginnt zur Jahrhundertwende 19./20. mit dem Umbau der Klosterkirche und durch Anbau mit der Erstellung des Sonnensaals.

1933 wird der obere Sonnensaal renoviert, ab 1943 werden die Zwangsarbeiter der IG Farben im Sonnensaal einquartiert. 1945 dient der Saalbau den Alliierten als Quartier. Nach Abzug der französischen Soldaten erfolgen Renovierungsmaßnahmen und eine Neueröffnung der Sonne.

Im ehemaligen Kapuzinerkloster in Rottweil hat sich bedingt durch oben beschriebene Umbau– und Umnutzungsmaßnahmen, sowie Beschädigungen in der Besatzungszeit kein durchgängiger Bestand an historischen hölzernen Ausstattungen aus der Klosterzeit erhalten.  

Die Holzmanufaktur Rottweil wurde von der Stadt Rottweil beauftragt ein Gutachten mit Bestandsaufnahme und Bewertung vorhandener Holzausstattungen zu erstellen.

Der Auftrag umfasst:

Bestandsaufnahme:

Im Rahmen der Baubegehung erfolgte eine visuelle Einzelerfassung der Holzausstattungen einschließlich mechanischer Prüfung der Werkstoffe und der Funktionsfähigkeit (Fenster). Die Ausstattungen wurden nach typologischen Merkmalen gruppiert, der Bestand fotografisch dokumentiert und für die Planung notwendige Querschnitte zeichnerisch erfasst. Grundrisse standen zur Verfügung.

Datierung:

Die Datierung der Holzausstattungen erfolgte stilkritisch unter Berücksichtigung von Quellenangaben. Weitere archivarische Belege wurden nicht gesucht. Eine absolute Datierung der Fenster ist nicht möglich.

Prüfung der Werkstoffe, Funktion und Konstruktion Angabe von Funktionswerten:

Die Angabe der Funktionswerte erfolgt nach vorliegenden Messungen und Prüfergebnissen vergleichbarer Fenster, durchgeführt z.B. vom Institut für Fenstertechnik Rosenheim.

Restaurierungskonzept:

Erstellen eines Restaurierungskonzeptes mit Beschreibung der nötigen Maßnahmen zur Instandsetzung und der Verbesserung der Funktionswerte. Dem Restaurierungskonzept zugrunde liegen die in der Charta von Venedig formulierten Grundsätze für Arbeiten in der Denkmalpflege.

 


 
 
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