Konstanz, altes Rathaus
1. Restaurirung der Renaissancekasettendecke Vorbemerkungen Im Rahmen eines sehr knappen Budgets wurden im Januar 2007 die Renaissancekassettendecke im Zimmer des Oberbürgermeisters restauriert. Befund-untersuchungen, baubegleitende und eine ergebnisorientierte Dokumentation waren nicht möglich. Da sich an der Befundlage auch nach der Restaurierung nichts geändert hat, ist dieses jederzeit nachzuholen .
Im wesentlichen substantiell intakte Renaissance-kassettendecke. Zierteile im Bereich der Kassettenfüllungen sind heute nicht mehr vorhanden. Handbefundung liegt bei. Die Decke war im Laufe der Jahre mehrmals komplett oder in Teilen überfasst. Die vorhandenen Farbfassungen wurden in zurück liegenden Jahrzehnten mit relativ groben Maßnahmen abgenommen. Schleif- und Brandspuren sind vorhanden.
Rahmen mit glatten Füllungen eingenutet, aufgesetzte Profile, umlaufendes Fries an der Wand.
Acht qualitätsvolle Schnitzereien am Fries und am Unterzug.
Abdrücke in den 48,00 Kassetten geben eindeutig Hinweise darauf, dass innerhalb jeder Kassette profilierte Applikationen quadratisch aufgesetzt waren. Auf dem geschnitzten Kopf im Turmzimmer originale Fassungsreste an Lippen, Zähnen und Pupillen. Daneben die Darstellung eines Kopfes mit Apfel und Birne unter dem Kinn erinnert an die Gemälde von Acrimboldo. Alte Abdichtungen an den Fugen durch Einstopfen von Hanf. Die Decke wurde früher abgelaugt.
Reinigen der Flächen und Profile mit einer heißen Holzseifenkösung unter Zusatz von Soda. Alte Grundierungs- und Farbreste wurden belassen, ebenso frühere braune Acrylabdichtungen. Aufbringen einer Spezialgrundierung (Auro Produkt 117) auf Leinölbasis. Abschließendes Abreiben der Flächen mit Tüchern
Innenarchitektur in drei Jahrunderten ISBN 3-512-00728-7 Abb. S 27, Wandtäfelung mit innen liegenden Profilapplikationen
Hermann Klos
Kartierung Fenster vor 1700 »»» Im benachbarten Turmzimmer sind die bauzeitlichen Fenster von 1598 noch eingebaut. Bei diesen Fenstern handelt es sich mit ca. 12,00 weiteren Exemplaren in Südwestdeutschland um die ältesten derzeit bekannten historischen Fenster. Die Fenster wurden im Rahmen zurückliegender Reparaturmaßnahmen in Teilen verändert. Beschläge und Verglasungen jedoch wurden bei allen Reparaturen und Restaurierungen übernommen, so dass hier ein nahezu uneingeschränkt authentischer Fensterbefund vorliegt, der entsprechend zu pflegen ist.
2. Restaurierung des Fassadenschranks Vorbemerkung: Im Rahmen eines sehr knappen Budgets wurde im Januar 2007 der Fassadenschrank im Zimmer des Oberbürgermeisters restauriert. Befunduntersuchungen, baubegleitende und eine ergebnisorientierte Dokumentation waren in diesem Rahmen nicht möglich. Da sich an der Befundlage auch nach der Restaurierung nichts geändert hat, ist dieses jederzeit nachzuholen.
Zimmer des Oberbürgermeisters
Zweigeschossiger Fassadenschrank
Sockelgeschoss mit 2,00 Schüben, darüber erstes Geschoss in der Mitte durch Keilleisten teilbar. Zweites Geschoss darüber stumpf aufgesetzt, ebenfalls in der Mitte durch Keilleisten teilbar. Kranz mit Profilen stumpf aufgesetzt. Blindholz an Corpi und Türen ist Fichte oder Tanne. Aufgeleimte Sägefurniere Nussbaum(ca 3mm dick), alle Applikationen und Schnitzereien Nussbaum massiv.
Am Kranz 1643
Die Maßnahmen wurden vor Ort durchgeführt und beschränkten sich auf reinigen, sichern und konservieren. Holzfeuchte bei 8%. Reinigen der gewachsten Oberfläche mit einer Lösemittelmischung aus Shellsol T und Ethanol. Sichern loser Applikationen (3,00 Stellen) durch niederleimen mit Glutinleim. Haarpinselauftrag mit Stocklack, hauchdünner Auftrag einer Wachsmischung (Bienenwachs / Karnaubawachs). Eigene Herstellung der Oberflächenprodukte.
Hinweise und Bedenken: Das Möbel steht direkt an de Außenwand. Um Klimaschäden vorzubeugen, sollten zwischen der Rückwand des Schrankes und der Außenwand etwa 10cm Abstand eingehalten werden um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. Die Sockelleiste am Eichenfußboden ist über die gesamte Beite des Möbels ausgespart. Hier ist ein leichter Luftzug wahrzunehmen. Dieser Zustand sollte näher geprüft
Kreisel/Himmelheber, Die Kunst des deutschen Möbels Adolf Feulner Kunstgeschichte des Möbels, Propyläen Kunstgeschichte, Frankfurt 1980, Ullstein Verlag Beteiligte Mitarbeiter: Hermann Klos |
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