Rottweil, Gewerbepark Neckartal, Villa Viva

  

Baugeschichte

Neckartal 67, Inspektorenwohnhaus
Bauzeit:  1888

Das wuchtige Gebäude mit Sichtbacksteinfassaden geht als eines der wenigen Gebäude innerhalb der Fabrikanlage noch auf das 19. Jahrhundert zurück. Gebaut wurde es 1888, als die Fabrik eine große Erweiterungsphase erlebte, und blieb als Wohnhaus den höheren Angestellten der Fabrik mit Leitungsfunktion vorbehalten. Seine wuchtige Erscheinung rührt daher, dass es auf einem Felsvorsprung und einem hohen Untergeschoss sitzt, das anfangs als weit vorgeschobener Sockel ausgebildet war und eine breite Terrasse trug, an dessen Seiten Freitreppen nach oben führten.

Im Zuge einer 1916 geplanten Neugestaltung des Eingangsbereichs gab es Pläne für einen tiefgreifenden Umbau, der aber nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr umgesetzt werden konnte.

So wie bei vielen Gebäuden auf dem Fabrikgelände, blieb es nicht bei einer einzelnen Nutzung, so dass hier zeitweilig auch die Betriebskrankenkasse untergebracht war.

Erhaltung des Fensterbestandes

Eine erste Planung sah vor, den bauzeitlichen Fensterbestand durch neue funktionsgerechte und günstige Fenster zu ersetzen.

Da sich das Gebäude jedoch im Eingangsbereich der ehemaligen Pulverfabrik, dem heutigen Gewerbepark Neckartal, befindet und somit der „erste Händedruck“ der Baukultur und Denkmalpflege hier ist, entschied sich die Bauherrschaft mit Unterstützung der Denkmalpflege die Fenster zu erhalten.

Die Holzmanufaktur hat ein Konzept für die Erhaltung und funktionstechnische Verbesserung entwickelt, welches mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege auch von Architekt und Bauherr akzeptiert wurde.

  
   Sonderisolierglas »»»                                   Sonderverbundflügel Außen »»»                   Sonderverbundflügel Innen »»»

Für die funktionstechnische Verbesserung von einfachverglasten Fenstern stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

In diesem Falle wurde der Fensterbestand mit einem dünnen Sonderisolierglas mit einem U-Wert von 1,2 verglast.

Notwendig war eine grundlegende holz- und beschlagstechnische Aufarbeitung nach vorausgehender Freilegung der Profile, Beschläge und der das Holz komplett zusetzenden vielfachen Beschichtungen. 

 
 
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